Der Pflege-TÜV prüft insgesamt 10 Ergebnisindikatoren aus den drei Qualitätsbereichen

Im November 2019 wurde das Noten-System für Pflegeheime abgeschafft und durch den Pflege-TÜV ersetzt. Durch den Pflege-TÜV sollen Informationen ausführlicher und für den Verbraucher verständlicher werden. Neue Ergebnisindikatoren stellen eine veränderte Bewertungsgrundlage dar und münden schließlich in Veröffentlichungen auf den Internetportalen der Pflegekassen.

Zwar wurde die Einführung des Pflege-TÜV wegen der Corona-Krise bis September ausgesetzt, jedoch ist zu erwarten, dass die stichtagsbezogene, regelhafte Erhebung der Ergebnisindikatoren in diesem Jahr durchgängig stattfinden wird.

Der Pflege-TÜV prüft insgesamt 10 Ergebnisindikatoren aus den drei Qualitätsbereichen „Erhalt und Förderung der Selbstständigkeit“, „Schutz vor gesundheitlichen Schädigungen und Belastungen“ sowie „Unterstützung bei spezifischen Bedarfslagen“.  Anhand dieser Qualitätsbereiche und der untergeordneten Ergebnisindikatoren können sich Pflegebedürftige und Angehörige ein Bild über die Qualität des Pflegeheims und die Sicherheit der Bewohner machen kann. Bereits durch entsprechende Ausstattungsmerkmale von Pflegebetten lassen sich einige der Ergebnisindikatoren verbessern:

Erhaltene Mobilität

Dem Qualitätsbereich „Erhalt und Förderung der Selbstständigkeit“  ist unter anderem der Ergebnisindikator „Erhaltene Mobilität“ zugeordnet. Besonders pflegebedürftige Bewohner haben oft Schwierigkeiten oder sogar Angst, wenn sie sich vom Bett entfernen sollen oder müssen, wie es zum Beispiel bei Toilettengängen, Untersuchungen oder Gruppenaktivitäten der Fall ist.  
Damit der Bewohner das Bett sicherer und somit auch öfter selbstständig verlassen kann, gibt es verschiedene Lösungen, die durch den Mobilitätszuwachs auch den entsprechenden Ergebnisindikator verbessern.

Eine solche Lösung ist ein am Bett angebrachter Gehstockgriff (MobiStick2), auf den sich der Patient stützen kann, wenn er das Bett verlassen, oder sich hinlegen möchte.

Durch geteilte Seitensicherungen kann ein ähnlicher Effekt erreicht werden, da diese, sofern sie gut greifbar sind, als Aufstehhilfe genutzt werden können. Hilfreich zur Selbstmobilisation ist außerdem, wenn der Bewohner das Bett selbstständig verstellen kann, da er sich so in eine optimale Position zum Aufstehen bringen kann.

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, mithilfe des Pflegebettes die Mobilität des Bewohners zu erhalten oder verbessern.

Gesundheitliche Schädigungen und Belastungen

Durch die Wahl des richtigen Pflegebettes kann der Bewohner außerdem vor „gesundheitlichen Schädigungen und Belastungen“ geschützt werden. Der Pflege-TÜV überprüft hier die Kriterien Dekubitus-Entstehung, schwerwiegende Sturzfolgen und unbeabsichtigte Gewichtsverluste.

Einerseits wird das Dekubitus-Risiko durch besondere Liegeflächen und Matratzen gesenkt, die den Liegekomfort, die Druckverteilung und die Belüftung während der Liegephasen verbessern. Mithilfe eines sogenannten ‚Doppelten Rückzuges der Liegefläche‘ wird der Bewohner vom Druck entlastet, indem Bein- und Rückenlehne in der Sitzposition vom Sitzteil wegbewegt werden.  Dies schafft mehr Platz im Bett, wodurch der Bewohner entlastet wird.

Reduzierung von Sturzfolgen

Stürze sind eines der größten Risiken in Pflegheimen und sind teilweise mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für den Gestürzten verbunden. Daher werden auch Sturzfolgen in die Bewertung des Pflege-TÜVs einbezogen. Eine einfache Möglichkeit, Sturzfolgen abzumildern sind Niedrigpflegebetten.

Bei diesen Betten kann das Bett in eine niedrige Schlafposition gebracht werden, so dass Sturzfolgen deutlich abgemildert werden. Auch die Verwendung von entsprechenden Sturzmatten kann hier sehr hilfreich sein.. Auch Seitensicherungen können Stürze verhindern. Die geteilten SafeFree®-Seitensicherungen können je nach Bewohner eingestellt werden und können so individuell auf den Schutzbedarf des Bewohners angepasst werden.

Eine weitere Technologie zur Vermeidung von Sturzfolgen sind sogenannte Bed-Exit-Assistenzsysteme (z.B. SafeSense®), die feststellen, wenn der Bewohner das Bett verlässt und zurückkehrt. Die Systeme lassen sich an das Schwestern-Rufsystem anschließen, so dass nach einer vorab eingestellten Zeit – je nach Schutzbedarf des Bewohners – nach Verlassen des Bettes ein Ruf ausgelöst wird. So kann schnell auf Sturzereignisse reagiert und deren Folgen gemildert werden. Außerdem wird bei Verlassen des Bettes ein Nachtlicht aktiviert, welches die Orientierung des Bewohners verbessert.

Unbeabsichtigter Gewichtsverlust

Besonders bei Bewohnern, die das Bett nicht mehr zum Wiegen verlassen können, besteht die Gefahr, eines unbeabsichtigten und unbemerkten Gewichtsverlustes. Veränderungen im Ess- und Trinkverhalten führen im Alter oft unbemerkt zu einer nicht bedarfsdeckenden Energieaufnahme, das Körpergewicht verringert sich, zum Teil bis hin zu starkem Untergewicht (Altersanorexie). Gleichzeitig sind die Betroffenen dabei oft unterversorgt an essentiellen lebensnotwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.

Der Body Mass Index (BMI) erlaubt eine schnelle Feststellung von Unterernährung für den behandelnden Arzt. Die im Bett sentida 7-i integrierte, geeichte Waage unterstützt das Pflegepersonal ohne aufwändigen Lifter- oder Rollstuhleinsatz beim notwendigen Wiegen und sorgt so für eine komfortable und menschenwürdige Gewichtserfassung für die Dokumentation.

Darüberhinaus lässt sich der Body Mass Index (BMI)  durch entsprechende Programmierung direkt am Bett auswerten.  Der BMI erlaubt eine schnelle Feststellung von Unterernährung für den behandelnden Arzt.

Freiheitsentziehende Maßnahmen (FeM)

Ein weiterer Ergebnisindikator, der sich durch die Wahl des Pflegebettes verbessern lässt, ist die Anwendung von Seitensicherungen. Durch Seitensicherungen kann das Pflegepersonal das Pflegebett individuell an die einzelnen Bewohner anpassen. Je eigenständiger der Patient ist, desto weniger müssen die Seitensicherungen genutzt werden. Praktisch ist es, wenn das Seitensicherungssystem so flexibel ist, dass man es an die individuellen Schutzbedürfnisse der Bewohner anpassen kann, wie zum Beispiel beim System SafeFree®-Flex.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass durch die richtige Wahl des Pflegebettes mit entsprechendem Zubehör die Pflegequalität für den Bewohner spürbar verbessert werden kann. Auch das Personal kann durch Technologien wie SafeSense® entlastet werden.

Diese Verbesserungen hinsichtlich Qualität und Sicherheit werden die Bewohner spüren und auch durch den Pflege-TÜV positiv aufgenommen.

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