Die Pflegedienst- und stellvertretende Einrichtungsleiterin Denise Rühlemann setzt seit einiger Zeit das digitale Assistenzsystem Safe Sense ® 3 ein, das den Fachkräften im Pflegeheim der Volkssolidarität Habilis in Allstedt die Arbeit erleichtert. Aber nicht nur das: Vor allem die 67 Bewohnenden der Senioreneinrichtung in Sachsen-Anhalt profitieren von der Technik, da sie nachts nicht mehr gestört werden. Das lässt sie tagsüber erholter sein. „Am deutlichsten wurde dies bei einer an Schizophrenie erkrankten Bewohnerin“, sagt Rühlmann. Statt das Pflegepersonal nachts anzugreifen, konnte die Frau durchschlafen und war auch tagsüber entspannter.
Routine weckt auf
Zu den verpflichtenden Routinetätigkeiten einer Nachtschicht gehört es, dass die zuständigen Fachkräfte zwischen 22 und vier Uhr morgens mindestens zwei Mal nach den Schlafenden im Haus schauen. Doch durch diese Routine wachen etliche Seniorinnen und Senioren auf. „Im Alter haben wir Menschen oft einen leichten Schlaf. Wenn dann jemand ins Zimmer schaut, wachen sie auf“, veranschaulicht Rühlemann.
Mit zusätzlichen nächtlichen Unterbrechungen ist es in den beiden Häusern der Volkssolidarität nun vorbei. Denn in den Pflegebetten liegt unter den Matratzen eine Sensormatte des Herstellers wissner-bosserhoff. Der digitale Pflegeassistent Safe Sense ® 3 meldet, wenn eine Person das Bett verlässt und sendet eine Nachricht an das Mobiltelefon der diensthabenden Nachtschicht. Gleichzeitig hilft die integrierte Bettlichtautomatik den Bewohnenden, sich sicher zu orientieren, ohne dass dabei grelles Licht stört.
Safe Sense ® 3 wird vorgestellt
In jedem Stationszimmer liegt ein Tablet bereit, das anzeigt, um welches Bett es sich in dem Wohnbereich handelt. „Durch den digitalen Pflegeassistenten wissen wir binnen Sekunden, wer welches Bett verlassen hat“, verdeutlicht Rühlemann. Da jedes Verlassen des Bettes auch ein Sturzrisiko in sich trägt, schauen die Fachkräfte der Volkssolidarität gezielt nach, wie es den Bewohnenden geht. Und manchmal ist das Verlassen des Bettes auch gar nicht gewollt. Auch kann es sein, dass Bewohnende nachts unruhig schlafen und aus dem Bett fallen, wodurch ebenfalls eine Verletzungsgefahr bestehen kann.
Den Technikeinsatz wissen auch die Angehörigen sehr zu schätzen. An Informationsabenden wird ihnen Safe Sense® 3 vorgestellt. Dass die Seniorinnen und Senioren dank des digitalen Pflegeassistenten durchschlafen können, freut deren Familien. „Das gibt Sicherheit und ein Gefühl von Geborgenheit“, weiß die Pflegedienstleiterin. Auch die Tatsache, dass niemand mehr die halbe Nacht unentdeckt und womöglich verletzt vor dem Bett liegt, wird von den Angehörigen begrüßt. Bei so viel Datenverkehr stellen sie sich allerdings die Frage nach dem Datenschutz. Bei Safe Sense® 3 sind die Daten sicher, weil sie verschlüsselt und lediglich lokal gespeichert werden.
Wer besser schläft, ist tagsüber erholter
Die Unterstützung durch den digitalen Pflegeassistenten Safe Sense® 3, schätzen auch die Mitarbeitenden, denn zusätzliche Routinerundgänge fallen weg und schaffen Zeit. „Unser Personal kann sich nachts nun besser um dementiell erkrankte Personen kümmern, die oft wach und unruhig sind“, so Rühlemann. Oder die Kolleginnen und Kollegen erledigen die Dinge, die tagsüber liegengeblieben sind. Selbst Dokumentationen können zu dieser Zeit endlich am Stück und damit effizienter abgearbeitet werden. Für die Bewohnenden stellt die Pflegedienstleiterin dabei klar fest: „Wer besser schläft, ist tagsüber erholter, kann mehr essen und sich reger am Angebot im Haus beteiligen“.
Safe Sense ® 3 wurde dabei nach und nach, in mehreren Zehnerchargen, in beiden Häuser am Standort Allstedt installiert. „Wir wollten das System erst einmal testen“, so Rühlemann. Nun, nach fast drei Jahren und mehr als 30 aufgerüsteten Pflegebetten, entfaltet sich der volle Nutzen jedoch immer mehr.
Daten geben Sicherheit
Dank Safe Sense ® 3 haben die Verantwortlichen in Allstedt nun eine exakte Auswertung darüber, wie oft sich die Bewohnenden tatsächlich bewegen. „Das ist eine erhebliche Verbesserung des Arbeitsalltags”, resümiert Rühlemann. Denn durch den digitalen Pflegeassistenten gewinnen die Fachkräfte mehr Sicherheit für ihr Handeln, da die Datenüberwachung exakte Zahlen liefert, statt Vermutungen.