Hygiene-im-Pflegeheim

Wie Gäste im Pflegeheim für Hygiene-Maßnahmen gewonnen werden können.

Wenn Angehörige zu Besuch ins Pflegeheim kommen, ist das für die älteren Menschen der Höhepunkt des Tages, wenn nicht der Woche. Besonders in der Erkältungszeit steigt damit aber auch das Risiko: Viren, Keime, unbeabsichtigte Nachlässigkeit. Was für Angehörige und die Bewohner und Bewohnerinnen selbstverständlich ist – eine Umarmung, der Gang zur Toilette im Zimmer, alltägliche Berührungen – kann für die älteren Menschen allerdings gefährlich werden.

Häufig ist das Immunsystem für solche Belastungen nicht mehr gewappnet, weil mehrere Krankheiten den Körper gleichzeitig belasten. Pflegekräfte leben diesen Spagat zwischen Nähe und Schutz. „Wir können und wollen die Menschen nicht isolieren, wir wollen Besuche möglich machen“, sagt Frauke Bauer, Stationsleitung im Asklepia Seniorenzentrum im württembergischen Notzingen mit 45 Betten in drei offenen Wohnbereichen. „Aber: Hygiene ist Fürsorge.“

Hygiene bedeutet: Verantwortung für alle

Angehörige sind Teil des Pflegealltags und damit auch Teil des Hygienekonzepts. Sie bringen Nähe, Lebensfreude, Gespräche – all das, was im Alltag nicht immer möglich ist. Gleichzeitig bringen sie eben auch die Außenwelt mit: Jacken, Taschen, Handys und manchmal auch Infekte. „Hygiene ist das A und O“, sagt Frauke Bauer. „Viele unterschätzen, wie viel sie im Altenheim berühren!“ Deshalb brauchen Hygienekonzepte nicht nur Mitarbeitende in Pflege und Reinigung, sondern Gemeinschaft. Bewohnerinnen und Bewohner haben hier ihren Lebensmittelpunkt. Ihre Freiheit und Selbstbestimmung sind wichtig – genauso wie ihre Sicherheit. Beide müssen täglich neu ausbalanciert werden.

Sechs Maßnahmen für eine bessere Hygiene

Hygiene

Angehörige können viel dafür tun, dass ihr Besuch Fürsorge zeigt:

  1. Hände desinfizieren – beim Ankommen, vor Kontakt, nach dem Gang auf die Toilette und beim Verlassen der Einrichtung
  2. Auf Aushänge achten und Hinweise lesen – sie enthalten wertvolle Tipps für einen sicheren Besuch
  3. Bei Krankheit zu Hause bleiben – oder eine Maske tragen
  4. Auf Hust- und Niesetikette achten – Viren verbreiten sich sehr schnell
  5. Flächendesinfektion vor und nach dem Toilettengang – Sauberkeit ist entscheidend
  6. Pflegekräfte fragen und Absprachen einhalten – bevor Sie helfen

Wie Aufklärung wirkt

Hygiene im Altenheim gelingt dann, wenn alle mitgenommen werden – auch die Angehörigen. Sobald klar ist, warum die Regeln wichtig sind und wie jede und jeder beitragen kann, ändert sich das Miteinander. Darum setzen Pflegeeinrichtungen wie das Asklepia auf eine klare, freundliche Kommunikation. Im Eingangsbereich steht ein Desinfektionsständer gut sichtbar bereit, mit der klaren Bitte, sich beim Betreten die Hände zu desinfizieren. Im Haus machen leicht verständliche Hinweise darauf aufmerksam, nach dem Toilettengang die Flächen zu reinigen und bei gemeinsamen Kontaktflächen die Hände zu desinfizieren. Kurze Sätze, verständliche Symbole – so verständlich, wie möglich. „Niemand macht absichtlich etwas falsch“, sagt Frauke Bauer. „Viele unterschätzen, was für Auswirkungen ihr Verhalten auf die älteren Menschen haben kann.“

Was Pflegekräfte brauchen

Hygiene kostet Zeit und Aufmerksamkeit – beides ist im Pflegealltag oft knapp. Besuchende sehen vor allem die eine Person, die sie lieben. Pflegekräfte müssen gleichzeitig an eine ganze Gruppe älterer Menschen denken, Risiken einschätzen und darauf reagieren und trotzdem Nähe ermöglichen. Verständnis hilft. Ein kurzer Hinweis ist keine Kritik – er schafft Sicherheit. Rückfragen sind ein Zeichen: Es geht um den Gesundheitsschutz aller. „Im Altenheim geht’s um die Gesundheit anderer, da muss man das Ego abschalten“, so die Stationsleitung. „Wir wollen die Lebensqualität der Menschen hier erhalten.“

So funktioniert Hygiene im Asklepia

Gute Hygiene entsteht durch ein gutes Miteinander, nicht durch Druck. Angehörige werden freundlich begrüßt. Hinweise werden erklärt, nicht nur aufgehängt. Und Pflegekräfte gehen bestmöglich auf Fragen ein. Diese Haltung wirkt. Vertrauen wächst und Konflikte nehmen ab. Hygiene ist eine gemeinsame Aufgabe. Das Ergebnis ist Schutz, ohne, dass sich jemand eingeengt fühlt. Nähe, ohne unnötige Risiken. Eine Umgebung also, in der man sich sicher und willkommen fühlt.

Aufmerksam bleiben

Hygiene ist wichtig – und sie ist ein Zeichen von Respekt. Für die Menschen, die im Heim wohnen, für die, die sie pflegen, und für alle, die sie besuchen. Wenn Angehörige gemeinsam mit den Pflegekräften aufmerksam bleiben, schützt das die Gesundheit aller und es ermöglicht, dass aus dem Heim ein Zuhause werden kann.

Leave a Reply