So richten Sie ein Pflegezimmer perfekt ein

Nach langen Überlegungen steht fest: Mama zieht ins Altenheim. Die 80-Jährige ist zwar geistig fit, doch mitunter macht der Körper nicht mehr so mit. Arthritis und erste Anzeichen von Parkinson machen der gebürtigen Hessin zu schaffen. Die erwachsenen Kinder, die längst nicht mehr im Dorf wohnen, haben einen Platz im örtlichen Seniorenzentrum gefunden. Der Umzug steht vor der Tür.

Doch viel aufladen kann der Umzugslastwagen nicht. Die soziale Einrichtung mit 45 Betten bietet nur teilmöblierte Zimmer an. Pflegebett samt Nachttisch sind Standardeinrichtung. Auch die Nasszelle ist behindertengerecht ausgelegt und bietet keinen Platz für Badmöbel. Um ein Pflegezimmer wohnlich zu gestalten, bedarf es mitunter der Initiative von Angehörigen. Was sie für ihre Lieben von Daheim mitnehmen sollten und wie es gelingt, aus einem uniformen Raum ein gemütliches Zuhause zu machen, hat pflege-today mit Hilfe von Claudia Winkler zusammengestellt. Die Expertin leite das Bau- und Gebäudemanagement der Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes, das in Bayern 26 Seniorenwohnen betreibt.

  • Farbenwahl: Reden Sie mit dem Einrichtungsleiter, wenn die Wandfarben verblassen oder zu grell sind. Jede Farbe hat eine Wirkung auf Menschen. Je nachdem, ob der zukünftige Bewohner angeregt oder beruhigt werden soll, sollte ein entsprechender Farbton gewählt werden. Rottöne etwa wirken appetitanregend. Orange ist ideale für Räume mit wenig Tageslicht, es wirkt gesellig. Stimmungsaufheller Gelb lässt kleine Räume größer wirken. Grün beruhigt. Ebenso Blau, manchmal wirken blaue Töne aber melancholisch. „In Räumen ist Weiß die ideale Kombinationsfarbe. Es neutralisiert, hellt auf und belebt“, sagt Winkler. Braune Wände wirken rustikal, beruhigend und ausgleichend. Erdtöne wie Ocker oder Siena können in nahezu allen Räumen eingesetzt werden – und werden daher auch gerne in Altenheimen an die Wände gestrichen. Grundsätzlich sollten Farben in Bewohnerzimmern eher dezent aufgetragen sein.
  • Lichtquellen: Bei Leuchtmittel hat sich in den zurückliegenden Jahren technologisch viel getan. Forscher haben Lampen entwickelt, die den Sonnenverlauf simulieren. Von Sonnenaufgang über das Mittagslicht mit leichter Bewölkung bis hin zum Abendrot können Räume in unterschiedlichste Szenarien getaucht werden. Verschiedene Intensitäten gliedern so den Tag. Beleuchtungsstärken steigen zum Mittag hin an und fallen wieder ab. Mittags können sie 100.000 Lux erreichen und in der Nacht auf ein Lux abfallen. Mittlerweile sind Leuchten programmier- und über Apps steuerbar. Mit Hilfe der Lichtfarben kann so der natürliche Tagesablauf etwa von Demenzkranken strukturiert werden. In der Ausleuchtung von Wohnräumen wird gerne akzentuiert, also bestimmte Ecken und Flächen verschieden ausgeleuchtet und so für Bewohner und Besucher interessant gestaltet. Auch verschiedene Lichtrichtungen können in ein Beleuchtungskonzept einfließen.

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