Die Fähigkeiten Dinge wahrzunehmen, sich zu erinnern, Gegenstände und Leute zu erkennen oder über abstrakte Dinge nachdenken zu können, sind von immenser Bedeutung im Alltag. Ohne diese kognitiven Fähigkeiten wird es schwer logische Folgerungen zu ziehen, etwas im Gedächtnis zu behalten, Neues zu erlernen oder Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Bei verschiedenen Erkrankungen der Psyche und des Gehirns (Schlaganfall, Demenz, langjähriger Alkoholmissbrauch) sind diese erwähnten Fähigkeiten eingeschränkt bzw. gestört. Vor allem die Anzahl der Demenzerkrankten steigt jährlich deutlich an.

Doch wobei handelt es sich überhaupt bei Demenz? Der Begriff „Demenz“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „ohne Geist“. Dabei ist keine spezielle Krankheit zu verstehen, sondern das Auftreten von verschiedenen Symptomen, die geistige Fähigkeiten verändern oder hemmen. Daher wird die Demenz auch als „dementielles Syndrom“ bezeichnet. (Martina Döbele, 2014)

Unter einem demenziellen Syndrom versteht man eine „erworbene globale Beeinträchtigung der höheren Hirnfunktionen. Dies betrifft ebenfalls das Gedächtnis, die Fähigkeit Alltagsprobleme zu lösen, die Ausführung sozialer Fertigkeiten, die Sprache und Kommunikation, sowie die Kontrolle emotionaler Reaktionen ohne ausgeprägte Bewusstseinstrübung“.

Demenz tritt im hohen Alter am häufigsten auf, nur in seltenen Fällen sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre alt. Charakteristisch für die Krankheit ist der langsam fortschreitende Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken befinden sich typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques). Zu diesem Krankheitsbild gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Diese Einschränkungen sind bei Menschen mit Alzheimer unterschiedlich stark ausgeprägt und nehmen im Krankheitsverlauf zu. Im Alltag sind diese Menschen auf Hilfe anderer angewiesen. Die jeweiligen Anforderungen an die Pflege, Betreuung, Therapie und der ärztlichen Behandlung sind dabei unterschiedlich.

Viele verschiedene Formen der Demenz

Etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankten haben die Alzheimerkrankheit, 15% bis 20 % vaskuläre Demenzen und der Rest bezieht sich auf Mischformen und seltene Formen von Demenzerkrankungen. (Böhm, 2009)

Trotz unterschiedlicher Ursachen lassen sich die Schweregrade einer Demenzerkrankung einheitlich beschreiben. Im Klinik-Alltag hat sich die Einteilung der Demenz in drei Schweregrade etabliert. Die Einteilung erfolgt unter Verwendung eines Kurztests, wodurch sich die Schweregrade quantitativ abschätzen lassen.

Ist die Diagnose dann einmal gestellt, gibt es in der Regel kein zurück und es gilt für die Angehörigen und die Betroffenen selber die Herausforderung anzunehmen. Hierzu wurden einige Konzepte entwickelt, um alle Beteiligten bestmöglich unterstützen zu können.

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